Ein Spitzenwochenende im Hotel Einstein in der Gallusstadt

Ein Spitzenwochenende im Hotel Einstein in der Gallusstadt

Dieser Herbst wird den Schweizer Städten gewidmet. Citytrips sind ja sowieso hoch im Kurs und wieso nicht einmal in der Nachbarstadt damit beginnen, statt um die halbe Welt zu jetten? Ich finde mich mit Ausnahme von Thun und Zürich in keiner Schweizer Stadt so gut zurecht, wie in Berlin. Schon seltsam, oder?

Nachdem wir im Frühsommer in Genf auf den Geschmack gekommen sind, werden wir diesen Herbst unter anderem Lausanne, Basel und Brig erkunden. Gestartet haben wir die Städtetour letztes Wochenende mit einem Ausflug nach St. Gallen. Mal abgesehen vom Dialekt (ein Sorry an alle St. GallerInnen) gibt’s einige schlagkräftige Argumente für eine Städtereise nach St. Gallen.

Stadtbummel

Unbestrittene Nummer 1 der Sehenswürdigkeiten ist das Klosterviertel. Einst einer der bedeutendsten Orte der abendländischen Wissenschaft gehört der Komplex seit 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe. Zum Pflichtprogramm gehört der Abstecher in den weltberühmten Barocksaal der Stiftsbibliothek. Der Eintritt kostet für Erwachsene 12 CHF und leider ist Fotografieren verboten. Ob aus markenschutzrechtlichen Gründen oder bloss, weil man das „Blitzen verboten“ bei all den im Automatik-Modus fotografierenden Touristen nicht durchsetzen kann, bleibt offen. Der Besuch lohnt sich dennoch. Der Saal ist ein traumhafter Zeitzeuge aus dem europäischen Rokoko. Ebenso beeindruckend ist der Blick in die Klosterkirche.

Rund um die Klosterbauten locken hübsche Gässchen mit herausgeputzten Riegelbauten zu einem gemütlichen Stadtbummel. Wir waren insgesamt überrascht, wie wenig Leute in der Innenstadt unterwegs waren. Die entspannte Stimmung hat mich dann grad noch zum ungeplanten Shopping animiert. Fazit meinerseits – St. Gallen eignet sich bestens, um die Herbstgarderobe aufzufrischen.

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Kaffeeplausch beim Franz

Das Kafi Franz ist einer dieser Orte, die man ab dem ersten Moment ins Herz schliesst. An der Linsenbühlstrasse zentrumsnah gelegen, eine ideale Anlaufstelle, um den Beinen eine Pause zu gönnen und in Form von Kuchen Energie zu tanken.

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Kunst und Kultur

Frisch gestärkt sind wir gewappnet für eine Portion Kunst und Kultur. Unser Stadtspaziergang führt uns über den Vadianplatz, wo gerade Markt ist, zum Textilmuseum. Die Textilindustrie war lange der wichtigste Motor der Ostschweiz und noch heute gehört die St. Galler Spitze in der Textilbranche zu den Spitzenprodukten und wird von namhaften Persönlichkeiten getragen. Der Eintritt ins Textilmuseum kostet ebenfalls 12 CHF. Die Ausstellung thematisiert die facettenreiche Geschichte der Textilindustrie. Gezeigt werden sowohl historische Kostüme und Stoffe als auch zeitgenössische Kreationen von der aktuellsten Akris Kollektion. Maximal eine Stunde, und dann hat man die Ausstellung durch. Gleich ums Eck befindet sich die von Pipilotti Rist und Carlos Martinez gestaltete „Stadtlounge“ und ebenfalls in Gehdistanz liegt die Metzgerei Gemperli, wo die echte St. Galler Olma-Bratwurst verkauft wird. Ohne Senf, versteht sich von selbst.

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Stadtnahe Ruheoase

Als Schönwetteralternative zu Kunst und Kultur empfehle ich einen Abstecher zu den Drei Weihern. Hinauf geht’s bequem mit der Standseilbahn von der Talstation Mühlegg (hinter dem Gallusplatz gelegen). Die Standseilbahn funktioniert quasi wie ein Lift. Einfach auf den Knopf drücken und schon kommt sie angefahren. Die insgesamt fünf künstlich angelegten Weiher befinden sich südlich oberhalb der Altstadt. Uns kam der hartnäckige Hochnebel in die Quere, ansonsten gibt’s von hier oben einen tollen Blick über die Innenstadt. Aber auch mit einer herbstlichen Hochnebeldecke ist die Stimmung rund um die Weiher idyllisch.

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Verwobene Geschichten

Einige Gebäude in der Innenstadt waren früher florierende Textilfabriken. So auch das Haupthaus des Hotels Einstein St. Gallen, das sich keine zwei Minuten vom Gallusplatz entfernt an zentralster Lage befindet. Der Hotelname ist nicht Albert Einstein, sondern Isaak David Einstein, der hier seine Stickereien herstellte, gewidmet. 1978 wurde die Liegenschaft vom Textilunternehmer Max Kriemler erworben und nach einer Umbauphase in ein Vierstern-Hotel umgewandelt. Zum Hotel gehören grosszügige Congress-Räumlichkeiten und der grösste Fitnesspark der Stadt, der mit einer besonderen Konstruktion – das Schwimmbecken liegt im obersten Geschoss und ist von den unteren Geschossen her einsehbar – besticht. Wir ziehen den Einstein Pub dem Wellnessbereich vor und starten mit einem Negroni das Abendprogramm.

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Spitzenküche

Was aufs Apéro folgte, war ein Gaumenschmaus par excellence. Das Gourmetrestaurant des Hauses „Einstein Gourmet“ liegt im fünften Stock des Hotels und bietet unter alten Holzbalken im gemütlichen Wohnzimmerambiente einen fantastischen Blick über die Altstadt. Doch nicht nur der Ausblick ist spitze, sondern auch die Kreationen, die uns aufgetischt werden. Jedes einzelne Gericht ist ein kleines Kunstwerk und es sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch fantastisch. Kein Wunder, das hier auf höchstem Niveau gekocht wird. Die Zepter liegen in den Händen der erprobten Sterneköche Sebastian Zier und Moses Ceylan. Ein Spitzenduo! Vom Walderbeeren-Gazpacho über das Wagyu Entrecôte bis hin zum filigrane „Rüebli“ Dessert eine Überraschung nach der anderen und für uns das Highlight des Wochenendes.

Ein kulinarisches Kontrastprogramm wird einem gleich gegenüber des Hotels geboten. Das Restaurant Stickerei ist die Anlaufstelle für Burger-Liebhaberinnen und eine gute Alternative zur Gourmetküche.

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Auf Spitzen gebettet

Die St. Galler Spitze hat uns nicht nur durch die Stadt begleitet, sondern wird auch im Hotel Einstein thematisch aufgegriffen. In sämtlichen Zimmern sind gezielt eingesetzte Stoffe eine Hommage an die Geschichte des Hauses und den Inhaber. Das Prunkstück ist die von der St. Galler Textilfirma Jakob Schlaepfer ausgestattete Textilland Junior Suite. Mein Favorit unter den verwendeten Materialien und Stoffen ist der lachsfarbene in sanften Wellen gehaltene Vorhang. Der würde sich auch bei mir zu Hause im Wohnzimmer gut machen. Wir hatten die Ehre und durften in diesem tollen Zimmer übernachten. Umgeben von edlen Spitzen und mit Blick auf die Stiftskirche eine wunderschöne Basis, um St. Galler besser kennenzulernen.

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Infos zum Einstein St. Gallen:

  • Der Übernachtungspreis für ein Comfort Doppelzimmer liegt bei rund 350 CHF ohne Frühstück
  • Die Textilland Junior Suite kann nur auf Anfrage reserviert werden
  • Es gibt einen extra Ladys Floor – perfekt, für ein entspanntes Mädels-Wochenende
  • Ein Zwei-Gang Menu kostet im Einstein Gourmet 90 CHF, das komplette Menu 155 CHF

Zeitreisen

Wer die Stiftsbibliothek besucht, wird auch über den St. Galler Klosterplan stolpern. Dieser Plan bildet die Grundlage für ein Projekt in Meßkirch (Baden-Württemberg). Dort wird mit Mitteln aus dem 9. Jahrhundert die auf dem berühmten Klosterplan gezeichnete Klosterstadt nachgebaut. Der Campus Galli ist für Besucher geöffnet. Ich war letztes Jahr vor Ort und finde es eine spannende Ergänzung zur Reise nach St. Gallen.

Hinweis: Unser Wochenende in St. Gallen wurde vom Hotel Einstein St. Gallen unterstützt. Vielen Dank hierfür! Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Sabrina Oktober 07, at 10:26

    Hier mal ein grosses Kompliment zu den wunderschönen gluschtigmachenden Fotos (aller Berichte)! Ich lese deine Beiträge immer sehr gerne, du hast mich schon ein paar Mal inspiriert und ich habe mich gefreut, dass du etwas über meine schöne Heimatstadt berichtet hast. :-) Liebe Grüsse von einer, die auch furchtbar sanktgalleret... - ich denke es amigs selber, wenn ich einen St.Galler im TV reden höre.. ;-)

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    • Anita Brechbühl Oktober 10, at 16:19

      Liebe Sabrina, vielen Dank für deinen Kommentar. Das freut mich :) und die Vielfalt der Schweizer Dialekte ist ja auch was schampar Schönes - auch wenn der eine oder andere etwas stärker im Ohr kratz ;)

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