Wo ist der Schweizer Herbst am schönsten?

Der Herbst ist eine inspirierende Jahreszeit. Mal kitzelt die warme Nachmittagssonne verführerisch im Nacken, mal „hudlets und chutets“ und manchmal treibt uns der hartnäckige Hochnebel in die schiere Verzweiflung. Ich mag am Herbst die satten Farbtöne, das sanfte Licht und die klare Fernsicht. Die Sonne scheint nicht mehr so grell vom Himmel, wie sie es noch im Juli und August tat. Eine herrliche Jahreszeit, um die Natur zu entdecken und die grauen Tage mit einem guten Buch und einer Kuscheldecke auf dem Sofa zu verbringen. Doch wo ist der Schweizer Herbst am schönsten? Ich habe euch heute eine Liste mit meinen Favoriten zusammengestellt und freue mich natürlich auf ergänzenden Tipps.

In den Rebbergen

Im Seeland lockt die gemütliche Wanderung von Biel nach La Neuveville durch die Weinberge entlang dem Bielersee. Je nach Lust und Laune kann die Wanderung unterwegs unterbrochen werden. Ebenfalls wunderschöne Ausblicke sind auf der Wanderung durch die Lavaux Weinterrassen von Lausanne nach Vevey garantiert. Und wenn sich das Wetter eher von der unbeständigen Seite zeigt, dann kann ich euch einen Abstecher ins Weinmuseum Aigle empfehlen.

aigle-rebberge

dort, wo die Fichtenwälder gelb leuchten

Die Lärchen verwandeln die Landschaften im Wallis und Engadin im Herbst in eine leuchtend gelbe Kulisse. Das lässt sich zum Beispiel auf einer Wanderung in der Derborence oder auf der 5-Seen-Tour in Zermatt erleben. Wer das Engadin dem Wallis vorzieht, der plant am besten einen Abstecher in den Schweizer Nationalpark ein. Eine schöne, aber anstrengende Tour führt zu den Lais da Macun.

Foehren-gelb

Im Nebel

Das mit dem Nebel ist so eine Sache. Ich persönlich mag die Nebelstimmungen total gerne, nur wäre es ebenso schön, wenn er sich dann pünktlich bei der Ankunft am Aussichtspunkt wieder verziehen würde. Schöne Nebelstimmungen lassen sich in den Morgenstunden im Mittelland erleben.

Nebel

über dem Nebel

Manchmal ist es gar nicht so schwer, dem Nebelmeer zu entfliehen. Es kann durchaus sein, dass Zürich unter der Nebeldecke ächzt und oben auf der Albiskette die Sonne strahlt. Mein Tipp: schaut euch die Webcams der Gipfel (hier der Uetliberg) in eurer näheren Umgebung an und plant spontan einen Halbtagesausflug, um den Vitamin D Speicher aufzufüllen.

Uetliberg-Sonnenaufgang

im Kastanienwald

Herbstzeit ist Kastanienzeit. Wer noch ein freies Wochenende im Kalender hat, der nutzt die Gelegenheit für einen Kurztrip ins Tessin. Vorbei an knorrigen alten Kastanienbäumen führt zum Beispiel der Sentiero del Castagno im Malcantone.

Kastanienwald

bei Kaffee und Kuchen

Herbstliche Regentage sind wie gemacht, um bis am Mittag auszuschlafen und danach den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen mit Freunden zu verquatschen. Und das ohne quälendes „ich verpasse da draussen was“ Gefühl.

Kaffeeklatsch

im Sprudelbad

Verspannte Nackenmuskulatur, fehlende Energie oder schlicht und einfach die Lust, sich Qualitätszeit zu gönnen. Auch dafür sind regnerische Herbstweekends perfekt. Mein Favorit in der Stadt Zürich ist das Thermalbad & Spa im Hürlimann Areal. Eine Wellnessoase hoch über den Dächern der Stadt. Entspannung ist auch in der Tamina Therme in Bad Ragaz garantiert. Dieser Ausflug lässt sich mit einem Ausflug in die Taminaschlucht kombinieren – problemlos bei Regenwetter machbar. Wer sich gerne ein Wellnessweekend gönnt, dem kann ich das Kurhaus Cademario oder den Schweizerhof Lenzerheide (mir stilvollem Hamam) empfehlen. Für den privaten, exklusiven Wellnessgenuss ist im Park Weggis in den Spa-Cottages gesorgt. Dort muss der Whirlpool mit niemandem geteilt werden.

Wellness

auf sonnigen Nachmittagsspaziergängen

Raschelndes Laub, Sonnenstrahlen, leuchtende Farben. Herbstspaziergänge können so schön sein. Wer in der Region Bern lebt, der findet an der Alten Aare eine wunderschöne, erholsame Kulisse. Den Zürcher empfehle ich einen Abstecher in den Sihlwald.

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bei Dauerregen

Selbst bei Dauerregen entzückt die Natur mit grandiosen Sujets. Zwischendurch einfach mal den Blickwinkel ändern.

Regenwunder

an einsamen Bergseen

Ich weiss nicht, wohin all die Wandervögel im Herbst verschwinden. Tatsache ist, selbst beim prächtigsten Herbstwetter kann es vorkommen, dass man in den Bergen keine Menschenseele antrifft. Für den Klöntalersee wird diese Aussage nicht zutreffen. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass er ein schönes Fotosujet für Indian Summer Bilder bildet. Ein Tagesausflug ins Glarnerland kann ich trotzdem empfehlen. Wer die Ruhe sucht, der wandert zum Hinterburgseeli auf der Axalp oder zum Crestasee bei Flims. Beides ebenfalls schöne Fotospots für Herbstbilder.

Bergseen

Weitere 99 Ausflugsziele findet ihr hier.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Neni Oktober 06, at 17:06

    Auch wenn die Schweiz zusammenfassend überall schön ist, muss ich sagen, dass es mir über dem Nebel doch am besten gefällt. Toller Ausblick!

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  • Christina Oktober 09, at 12:40

    Hach, du hast völlig recht. Wenn die Tage kürzer werden und man kaum noch die Sonne sieht, dann ist so ein Blick über die Nebeldecke einfach nur schön. In Wälder spazieren zu gehen und dabei am besten noch Kastanien zu sammeln ist auch einer meiner Favoriten. Vorallem, wenn es sie dann danach daheim zu essen gibt! :D Liebe Grüße Christina

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  • Nouvelle Noire Oktober 23, at 19:33

    Richtig schöne Bilder, ich hoffe ich finde diesen Herbst noch die Zeit die Wanderschuhe zu schnüren.

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  • Hans Jud Januar 17, at 07:04

    Is this page available in English

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    • Anita Brechbühl Januar 24, at 01:34

      unfortunately no - it is too much work for me to translate all the articles but you can use google translate

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