Innsbruck Trek: in 6 Tagen die schönsten Täler rund um Innsbruck erwandern

Innsbruck Trek: in 6 Tagen die schönsten Täler rund um Innsbruck erwandern

Und schwups neigt sich der Sommer schon langsam seinem Ende zu und bei mir stapeln sich die Berggeschichten, die darauf warten, noch vor Sommerende erzählt zu werden. Dazu zählt auch mein einwöchiges Trekking auf dem Innsbruck Trek. Anfangs Sommersaison hatte ich die Gelegenheit, die neu konzipierte Mehrtageswanderung im Rahmen einer Recherchereise zu erkunden – 6 Tage Sonnenschein, 6 Tage den Kopf durchlüften, 6 Tage Weitsicht – herrlich!

Raus aus der Stadt, rein in die Natur: so das Motto des Innsbruck Treks. Die Mehrtageswanderung startet in der Alpenstadt Innsbruck. Von dort führt sie in sechs Etappen vom Naturpark Karwendel bis zum Patscherkofel durch fünf unterschiedliche Naturräume rund um Innsbruck. Konzipiert hat die neue Tour das Tiroler Familienunternehmen und Wander- und Trekkingspezialist «ASI Reisen» gemeinsam mit Innsbruck Tourismus. Das Ziel: Eine Tour zu kreieren, die die landschaftliche Vielfalt der Region aufzeigt und gleichzeitig grösstmögliche Flexibilität bietet. Der Innsbruck Trek ist für alle, die gerne draussen sind, die aber gleichzeitig auch einen gewissen Grad an Komfort schätzen: Gepäcktransport, Hotelbett, Hütteneinkehr. Alles kein Problem!

Erster Trekkingtag: Abstecher zur Umbrüggler Alm

Der Innsbruck Trek ist keine klassische Fernwanderung, die zu Fuss von A nach B führt. Vielmehr ist es eine Sammlung von besonders schönen Touren rund um Innsbruck. Für jeden Tag steht eine einfache als auch eine mittelschwere bis anspruchsvolle Routenoption zur Auswahl. Und wer mal einen Wandertag aussetzen möchte: auch kein Problem – einfach mit dem öffentlichen Verkehr den nächsten Etappenstopp anvisieren.

Die erste Wanderetappe startet mitten in Innsbruck. Wir spazieren durch die Altstadtgassen zur Talstation der Hungerburgbahn. Von der Bergstation geht’s knappe 45 Minuten einem Forstweg entlang bergwärts, bis wir die neue Umbrüggler Alm erreichen. Dort erwartet uns als Auftakt zu dieser Wanderwoche beste Tiroler Alpenküche – inklusive Kaiserschmarrn, versteht sich von selbst.

Theoretisch würde die erste Wanderetappe des Innsbruck Treks von der Umbrüggler weiter Richtung Kranebitten führen. Ganz im Sinne der maximalen Flexibilität kehren wir nach dem Festmahl in der Umbrüggler Alm nach Innsbruck zurück und übernachten in der Stadt.

Zweiter Trekkingtag: vom Mieminger Plateau zur Lacke

Am nächsten Morgen weckt der strahlend blaue Himmel die Wanderlust. Von Innsbruck geht’s nun Richtung Mieminger Plateau. Den Ausgangspunkt für die zweite Wanderung auf dem Innsbruck Trek erreicht man ab dem Bahnhof Innsbruck in knapp einer Stunde auf direktem Weg mit dem Bus. Von Obsteig folgt der Wanderweg dem fröhlich gurgelnden Sturlbach vorbei am weitum bekannten Gasthaus Arzkasten durch eine bewaldete Tallandschaft bergwärts. Bald schon erreichen wir das hübsch in die Landschaft eingebettet Lehnberghaus mit seiner verlockenden Sonnenterrasse. Doch die obligate Hütteneinkehr haben wir uns an diese Stelle noch nicht abverdient.

Mieminger Plateau Tirol
Mieminger Plateau Lehnberger Haus
Aufstieg Lehnberger Haus
Lehnberger Haus

100 Höhenmeter trennen uns noch von der Aussichtsplattform Lacke, die einen wirklich lohnenswerten Panoramablick über das Mieminger Plateau, das Inntal, Wetterstein- und Karwandelgebirge sowie den Ötztaler und Stubaier Alpen bietet. Wer an dieser Stelle noch nicht genug hat, der kann weitere 500 Höhenmeter bis auf den Gipfel der Wankelspitze anhängen. Wir entscheiden uns hingegen für den gemütlichen Part des Tages und wandern nach einem Zwischenstopp im Lehnberghaus talwärts nach Obsteig zurück.

Lacke
Aussicht Lacke

Dritter Trekkingtag: über die Feldringalm nach Kühtai

Frisch ausgeruht starten wir in den dritten Wandertag. Mit im Rucksack: Schneeschuhe! Die Frühlingssonne hat noch nicht allen Schnee weggeputzt und in Höhenlagen über 1’800 m ü. Meter liegen zum Zeitpunkt unserer Tour anfangs Juni noch aussergewöhnlich viel Schnee. Ausgangspunkt der heutigen Tour ist die Bushaltestelle Sattele an der Buslinie Imst – Kühtai (Bus Nr. 4196). Hier folgen wir dem ausgeschilderten Wanderweg über eine Forststrasse bis zur Feldringalm. Nach einer kurzen Kaffeepause nehmen wir die verbleibenden Höhenmeter bis auf die Hochebene der Feldringer Böden in Angriff. Oben angekommen, erwartet uns eine nahezu geschlossene Schneedecke – und das anfangs Juni! Und so stapfen wir mit den Schneeschuhen weiter Richtung Marlstein. Vorbei am Almhof Mareil (ein empfehlenswerter Einkehrstopp) führt uns das letzte Wegstück dem Kaiser-Franz-Josef-Weg entlang bis nach Kühtai.

Feldringalm
Feldringalm Kühtai Wanderung
Innsbruck Trek Schneeschuh
Innsbruck Trek Franz Josef Weg

Tagesziel ist der Gasthof Ruetz im Bergdorf St. Sigmund im Sellrain. Der Zimmerstandard ist einfach – es hat aber alles, was man braucht und die Küche ist top!

Vierter Trekkingtag: auf dem Besinnungsweg nach St. Quirin

Am nächsten Morgen können wir direkt bei unserem Gasthaus in St. Sigmund losmarschieren. Bei der vierten Wanderetappe würde es sich lohnen, die anspruchsvollere Tourenvariante über den Sonnberg nach St. Quirin in Angriff zu nehmen. Die Höhenwanderung soll phänomenal schön sein. Nur leider steht sie für uns an diesem Tag aufgrund der Schneelage ausser Diskussion. Die leichtere Tourenvariante über den Besinnungsweg via Gries ist aber nicht minder reizvoll. Der erste Abschnitt führt uns dem Zirmbach entlang durch wundervolle Tannenwälder ins Bergsteigerdorf Gries. Fünfzehn Tiroler Dörfer dürfen sich aktuell «Bergsteigerdorf» nennen. Ein Label, das auf Initiative des österreichischen Alpenvereins eingeführt wurde und traditionsreichen und nachhaltigen Alpintourismus auszeichnet.

Waldweg Gries
Waldweg Gries Kühtai
Kühtai Landschaft
Innsbruck Trek
Innsbruck Trek Wandern

Nach Gries folgt der Wanderweg den Talflanken und bietet so immer wieder schöne Ausblicke vom Sellraintal bis ins Inntal runter.

Innsbruck Trek Täler

Fünfter Trekkingtag: über den Innsbrucker Almenweg zur Mutterer Alm

Von Axams aus, geht’s am fünften Wandertag Richtung Axamer Lizum. Das Skigebiet in unmittelbarer Nähe zu Innsbruck wurde anlässlich der Olympischen Winterspiele 1964 errichtet. Während sich im Winter hier hinten die passionierten Wintersportler austoben, ziehen im Sommer die schroffen Gipfel der Kalkkögel die Wanderer in Bann. Mit dem faszinierenden Bergpanorama im Rücken steigen wir zum Birgitzköpfl auf. Der nicht ganz 2’000 m hohe Gipfel bietet einen schönen Rundblick vom Axamer Lizum über die Kalkkögel bis hin zur Nordkette auf der uns gegenüberliegenden Seite des Inntals. Via Birgitzer Alm geht’s im Anschluss entlang dem Innsbrucker Almenweg über die Götzner Alm und Muttereralm nach Mutters bei Innsbruck. Nach dem sportlichen Aufstieg steht hier wieder der Genuss im Vordergrund. Alle drei Almen an der Wegstrecke sind eine Einkehr wert. Mein Favorit ist aber klar die urige Götzner Alm. Die Linzertorte schmeckt schlicht phänomenal fein!

Innsbruck Trek Almweg
Innsbruck Trek Panorama
Innsbruck Trek Götzner Alm

Sechster Trekkingtag: Gipfelglück auf dem Patscherkofel

Von Mutters bis nach Innsbruck-Igls ist es nur ein Katzensprung. Hier oberhalb von Innsbruck verbringen wir die letzten beiden Tage am Innsbruck Trek. Nachdem uns die Tagestouren durch die Nordkette, das Mieminger Plateau und die Stubaier Alpen geführt haben, steht zum Abschluss noch der Hausberg von Innsbruck – der Patscherkofel – auf dem Wanderprogramm. Ende 2017 wurde die neue Patscherkofelbahn in Betrieb genommen, die einem vom Ortsrand in Igls aus in Windeseile hinauf auf dem Aussichtsberg bringt. Im Gegensatz zu früher steht die Bahn hingegen nicht mehr mitten im Ortszentrum von Igls – das sorgt auch zwei Jahre nach der Neueröffnung noch für Diskussionen unter den Einheimischen. Wandermöglichkeiten gibt’s hier oben viele. Besonders beliebt sind der Zirbenweg Richtung Tulfes oder der Jochleitensteig rund um den Gipfel.

Bei der Bergstation der Patscherkofelbahn trennen uns noch knappe 300 Höhenmeter von der markanten Gipfelspitze. Der Aufstieg dauert – inklusive zahlreicher Fotostopps – eine knappe Stunde. Von hier schlägt der Innsbruck Trek eine Route einen Rundweg via Boscheben und Zirbenweg zurück zur Patscherkofelbahn vor. Leider liegt auf diesem Wegabschnitt anfangs Juni noch Schnee. Eine Alternative ist schnell gefunden. Nach dem obligaten Schluck Zirbenschnaps in der Gipfelstube, steuern wir die schön gelegene Hochmahdalm an. Hier gibt’s zur Stärkung gebratene Knödl. Fürs Dessert lassen wir noch etwas Platz übrig. Der Rückweg Richtung Patscherkofel Bergstation beinhaltet nämlich noch einen weiteren kulinarischen Zwischenstopp: die Patscheralm.

Innsbruck
Patscherkofel Gipfel
Innsbruck Trek Almeinkehr

Bei drei Hütten auf einer Weglänge von knappen 6 Kilometern wird eine Kurzwanderung zur tagefüllenden Genusstour. Eins ist klar: Der Innsbruck Trek bietet nicht nur abwechslungsreiche Wanderrouten, sondern auch jede Menge Gelegenheiten für eine gemütliche Hütteneinkehr.

Praktische Tipps zum Innsbruck Trek

Der Innsbruck Trek spricht all diejenigen an, die innerhalb einer Woche einen facettenreichen Einblick in die Region rund um Innsbruck erhalten möchten und gleichzeitig den Komfort von stadtnähe, Gepäcktransport und Hotelübernachtungen schätzen. Der Innsbruck Trek kann als Package sowohl als individuelle Trekkingreise als auch als geführte Gruppentour bei ASI Reisen gebucht werden. Die Kosten für die individuelle Trekkingreise starten bei 755 Euro inklusive 6 Hotelübernachtungen mit Halbpension, Gepäcktransport von Hotel zu Hotel und detailliertem Routenbeschrieb. Für welche der Routen (leicht oder mittelschwer/anspruchsvoll) ihr euch entscheidet, könnt ihr auf der individuellen Trekkingreise flexibel Tag für Tag selbst entscheiden. Weitere Infos rund um den Innsbruck Trek findet ihr hier: der Innsbruck Trek

Ausgangs- und Endpunkt des Trekkings ist Innsbruck. Die Hauptstadt des Bundeslandes Tirols erreicht ihr ab Zürich auf direktem Weg in 3,5 Stunden mit dem Zug.

p.s. An tollen Almen und Hütten für einen Einkehrstopp mangelt es auf dem Innsbruck Trek definitiv nicht. Checkt aber im Vorfeld die jeweiligen Ruhetage. Die meisten Betriebe haben nicht an 7 Tagen die Woche durchgehend geöffnet. Weitere Inspiration für genussreiches Wandern findet ihr in diesen beiden Beiträgen: die schönsten Almen und Berghütten Tirols.

Hinweis: Meine Reise auf dem Innsbruck Trek fand auf Einladung von Innsbruck Tourismus und ASI Reisen statt. Alle Eindrücke und Meinungen sind wie immer die meinen.

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