Lorenchopf-Weg: Herbstzauber in Zürich

Lorenchopf-Weg: Herbstzauber in Zürich

«Wie, du bist dieses Wochenende in Zürich?!» «Echt, jetzt?!». Familie, Freunde und Bekannte haben sich inzwischen derart an meine rege Reisetätigkeit gewöhnt, dass selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass ich mein Weekend anderswo verbringe. Doch von Zeit zu Zeit schätze ich, wenn ein völlig unverplantes Wochenende in der Heimat ansteht. Langweilig wird mir dabei garantiert nicht. Rund um Zürich mangelt es nämlich nicht an schönen Ausflugszielen. Und gerade jetzt im Herbst sind die Laubwälder entlang des Zürichsees eine wahre Augenweide.

Als sich letzten Sonntag der Regen verzog, habe ich mich aufgemacht, auf dem Lorenchopf-Weg die «Rückseite» von Zürich zu erkunden. Während ich Uetliberg, Albiskette und Sihlwald schon kenne, war mir bis dato der Adlisberg als Teil des Pfannenstiel-Höhenzugs am rechten Ufer des Zürichsees unbekannt.

Schöne Herbstwanderung in Zürich

Ausgangspunkt meiner Wanderung ist der Dorfkern von Fällanden, den ich ab Zürich Hauptbahnhof in weniger als 20 Minuten erreiche. Ich steige bei der Bussstation Fällanden Gemeindehaus aus und marschiere Richtung Kirche.

Kirche Fällanden

Nach der Überquerung der Maurstrasse weist mir ein Wanderwegweiser den Weg Richtung Jörentobel, das bei der ehemaligen Mühle oberhalb von Fällanden beginnt. Das Tobel mit seiner Vielzahl an erratischen Blöcken ist ein Landschaftsschutzobjekt von kantonaler Bedeutung. Dieses Waldstück hat etwas Magisches an sich. Ich atme einmal tief die frische Waldluft ein und lasse danach fasziniert die Farbpalette, die vom matten Dunkelgrün bis zu leuchtenden Goldtönen reicht, auf mich wirken. Der schmale Weg folgt dem plätschernden Bachlauf bergwärts. Für mich ist dies eindeutig der schönste Abschnitt der gesamten Wanderung.

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Nach rund dreissig Minuten erreiche ich den Ausläufer von Benglen (eine Siedlung mit Gartenstadtcharakter, die in den 1970er Jahren aus dem Boden gestampft wurde). Ich folge dem Weg durch die Wohnsiedlungen von Pfaffhausen und erreiche bald wieder ein Waldstück. Die tief liegende Nachmittagssonne lässt die bunten Blätter in allen Farbnuancen schimmern – so schön! Während ich im Jörentobel allein unterwegs war, ist hier oben deutlich mehr los. Das schöne Wetter hat Hinz und Kunz nach draussen gelockt.

Pfaffhausen Aussicht

Weitblick vom Aussichtsturm Lorenchopf

Nach etwas mehr als einer Stunde Gehzeit erreiche das Highlight des Lorenchopf-Wegs. Auf einer Anhöhe von knapp 700 m ü. M. bietet nämlich ein Holzturm einen herrlichen Panoramablick übers Zürcher Oberland bis hin zu den Alpen. Während früher die Fernsicht in nördliche Richtung zudem bis weit ins Glattal reichte, machen heute mächtige Baumkronen der Aussicht Konkurrenz. Der Aufstieg lohnt sich allemal! Ich lasse meinen Blick über das herbstlich gefärbte Blätterdach schweifen und staune einmal mehr, welch wunderbare Orte wir direkt vor unserer Haustüre haben.

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Von Fällanden über den Adlisberg nach Zürich

Im Anschluss folge ich dem Lorenchopf-Weg mit einigen Schlenkern bis zum Hof Hinteradlisberg. Hier quer er die Dreiwiesenstrasse und passiert danach nochmals ein zauberhaftes Waldstück bis er mich bei den Sportanlagen beim Zoo Zürich plötzlich wieder in der Zivilisation «ausspuckt».

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Da sich die Sonne zwischenzeitlich hinter dem Uetliberg verabschiedet hat, beschliesse ich das letzte Teilstück zu vertagen und fahre mit dem Tram von der Station Zoo heimwärts. 3 Stunden nach meinem Abmarsch bin ich wieder zu Hause – doch dieser Kurzausflug hat mir so richtig gutgetan. Nicht umsonst gilt in Japan «Waldbaden» als Medizin.

Praktische Tipps für den Lorenchopf-Weg

Der Routenverlauf vom Lorenchopf-Weg kann nachfolgender Karte entnommen werden. Die Distanz vom Ausgangspunkt bei der Bushaltestelle Fällanden Gemeindehaus bis nach Zürich Rigiblick beträgt 9,3 Kilometer Kilometer. Bis zum Aussichtsturm Lorenchopf führt der Wanderweg mehrheitlich bergwärts – es sind dabei insgesamt 330 Höhenmeter zu überwinden. Danach geht es rund 200 m talwärts Richtung Zoo Zürich weiter. Die reine Wanderzeit beträgt knapp 2.5 Stunden (bei gemütlichem Tempo).

Der Wanderweg führt an der Tramstation Zoo Zürich vorbei – insofern besteht die Möglichkeit, je nach Lust und Laune die Wanderung kürzer oder länger auszugestalten.

Kommentare

  • Wolfgang November 16, at 08:23

    Eine absolut schöne Strecke. Lieben Dank!

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  • Stefan November 16, at 17:39

    Wunderschöne Fotos, welche einmal mehr zeigen, wie schön es doch direkt vor unserer Haustüre ist. Und das meine ich für einmal absolut wörtlich, wohne ich doch in Pfaffhausen und gehört der Wald zwischen Pfaffhausen und dem Zoo zu meinen liebsten Laufstrecken. Liebe Grüsse, Stefan

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    • Anita Brechbühl November 17, at 07:43

      Danke Stefan für deinen Kommentar. Und ja, ich bin auch selbst immer wieder erstaunt, wie schnell man vom "urbanen" Zürich in der Natur draussen ist.

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  • Jacqueline November 16, at 22:54

    Diese Strecke bin ich diesen Herbst auch schon gelaufen. Absolut lohnenswert.

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