Werbung: Beitrag in Zusammenarbeit mit dem Giarvino Boutique Guest House
Wer eine Reise ins Piemont plant, landet schnell bei den bekannten Klassikern. Auch wir haben die Region bereits auf verschiedenen Trips erkundet, vom malerischen Lago d’Orta bis in die elegante Hauptstadt Turin. Für ein verlängertes Wochenende über Ostern wollten wir diesmal bewusst eine weniger bekannte Ecke entdecken.
Unsere Wahl fiel auf das Monferrato in der südöstlichen Provinz Alessandria. Das vom Weinbau geprägte Hügelland steht zu Unrecht im Schatten der international bekannteren Weinbaugebiete Langhe und Roero rund um die Städte Alba und Asti. Dabei bietet das südlich davon gelegene Monferrato genau das, was wir an Italien so mögen: charmante Kleinstädte, authentische Dörfer, eine hervorragende regionale Küche und viel entspanntes Dolce Vita.
Genau diese Mischung hat auch Romy und Fredy Wiederkehr begeistert. Das Schweizer Paar hat auf einem Hügelzug rund 200 Meter oberhalb der Kleinstadt Acqui Terme, mitten in der wunderschönen Kulturlandschaft, mit dem Giarvino Boutique Guest House ein stilvolles Refugium für entspannte Ferientage im Piemont geschaffen.
Ein entschleunigter Aufenthalt in einer unbekannteren Ecke des Piemont
Doch bevor wir uns im Detail dem Giarvino Boutique Guest House widmen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Region. Das Piemont ist nach Sizilien die zweitgrösste der insgesamt 20 italienischen Regionen und erstreckt sich von der Schweizer Grenze bei Domodossola bis knapp vor die Mittelmeerküste. Einen direkten Zugang zum Meer hat die Region zwar nicht, doch von Acqui Terme aus lassen sich die schönen Strände der ligurischen Küste aber in rund eineinhalb Stunden erreichen.
Das Weinbaugebiet Monferrato in der Provinz Alessandria gehört seit dem Jahr 2014 zusammen mit den Langhe und dem Roero zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch die berühmten weissen Trüffel haben hier ihre Heimat. Im Vergleich zu den bekannteren Orten rund um Alba und Asti geht es im südöstlichen Teil des Piemonts jedoch deutlich ruhiger zu, was sich auch in moderateren Preisen widerspiegelt. Was uns besonders gefallen hat, ist die authentische Atmosphäre. In den Restaurants wird fast ausschliesslich Italienisch gesprochen, Englisch ist nicht immer selbstverständlich. Genau das macht für uns den besonderen Reiz dieser Gegend aus.

Das Giarvino Boutique Guest House: eine stilvolle Unterkunft im Monferrato
Eingebettet in die Hügellandschaft des Monferrato liegt das Giarvino Boutique Guest House etwas abseits der grossen Verkehrsachsen, rund fünf Kilometer von Acqui Terme entfernt, mitten im prestigeträchtigen Weinanbaugebiet Nizza Monferrato, das zum UNESCO-Welterbe zählt. Die letzten Kilometer führen über schmale Teersträsschen, die sich kurvenreich durch die Rebberge winden. Da erstaunt es nicht, dass auch das Giarvino von Rebstöcken umgeben ist. Bei der Namensgebung des Gästehauses spielte dieser Aspekt eine wichtige Rolle, wie uns Gastgeberin Romy Wiederkehr später erzählt. Die Kombination aus „giardino“ für Garten und „vino“ für Wein beschreibt die Essenz des Hauses treffend.



Die Schweizer Sopranistin und ihr Mann Fredy Wiederkehr, Gründer von Foxtrail, kauften das historische Landgut im Herbst 2019 und verwandelten es mit viel Herzblut in ein kleines Refugium für Genussmenschen, Ruhesuchende und alle, die eine noch wenig bekannte Ecke Italiens entdecken möchten. Die alten Strukturen wurden, wo möglich, erhalten und geschickt mit neuen Elementen kombiniert. Jedes der insgesamt zehn Zimmer und Suiten ist nach einer Rebsorte benannt und individuell eingerichtet.
Mein Favorit ist die Tramonto Panoramic Suite mit einer herrlichen Aussicht auf die umliegenden Hügelzüge. Aber auch von den Junior Suiten im geschickt ausgebauten Dachstock geniesst man einen weiten Blick, der an klaren Tagen bis zum Apennin reicht.



Genussmomente im Giarvino
Kaum angekommen, finden wir uns mit einem Glas hauseigenen Sauvignon Blanc und hausgemachten Grissini auf der Terrasse wieder und geniessen in aller Ruhe die letzten warmen Strahlen der Frühlingssonne. Genau so stelle ich mir eine erholsame Auszeit mit viel Dolce far niente vor.


Später nehmen wir im hauseigenen Restaurant Platz und lassen uns kulinarisch verwöhnen. Die Menükarte ist bewusst übersichtlich gehalten, genau so, wie wir es mögen. Zur Auswahl stehen je vier Antipasti, Primi und Secondi sowie zwei Degustationsmenüs. Für Gäste, die länger bleiben, wird die Karte mit saisonalen Tagesempfehlungen ergänzt.
Romy und Fredy ist es wichtig, dass sich das Restaurant nicht nur an Hotelgäste, sondern auch an die lokale Bevölkerung richtet. Dementsprechend bewegen sich die Preise auf dem Niveau der Restaurants in Acqui Terme. Neben piemontesischen Klassikern finden sich auch kreative, etwas ausgefallenere Gerichte auf der Karte. Eine gelungene Mischung, wie wir finden. Wer dazu den passenden Wein sucht, wird von Sommelier Danilo kompetent beraten.



Und das ist nur einer von vielen Genussmomenten, die wir während unseres Aufenthalts erleben durften. In besonderer Erinnerung bleibt auch das liebevoll zubereitete Frühstücksbuffet im Gewölbekeller. Die süssen Köstlichkeiten werden von der langjährigen Mitarbeiterin Ornella selbst gebacken. Dazu gibt es frische Früchte sowie regionale Käse- und Fleischspezialitäten.



Auch rund um das Gästehaus finden sich zahlreiche lauschige Ecken, die zum bewussten Innehalten und Geniessen einladen. So kann man sich beispielsweise in ein Baumhaus zurückziehen und von dort aus die Natur beobachten. Mit etwas Glück lassen sich dabei sogar Rehe entdecken. Oder man macht es sich mit einem spannenden Buch auf einem Liegestuhl bequem.


Das Giarvino als idealer Ausgangspunkt für Ferientage im Piemont
Aber ihr kennt uns: Auch wenn wir gerne einmal einen Nachmittag entspannen, meldet sich die Entdeckerlust meist schnell zurück. Mit drei Übernachtungen vor Ort bleibt genügend Zeit, um neben dem Geniessen der ruhigen Atmosphäre und des weitläufigen Anwesens auch die Umgebung zu erkunden.
Rund um das Giarvino gibt es einiges zu entdecken. Romy und Fredy unterstützen ihre Gäste gerne bei der Planung von Ausflügen und stehen mit wertvollen Tipps zur Seite. Auf Wunsch helfen sie auch bei der Organisation von Kellereibesuchen oder Velotouren.

Wir haben einige ihrer Empfehlungen ausprobiert und teilen nachfolgend unsere persönlichen Tipps.
Ausflüge rund um das Giarvino
1. Durch Acqui Terme bummeln
Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Bummel durch die Altstadt der nahe gelegenen Kleinstadt Acqui Terme. Besonders lebhaft geht es jeweils dienstags und freitags zu, wenn auf den Plätzen und in den Gassen Marktstände aufgebaut werden. Doch auch an den übrigen Tagen lohnt sich ein Abstecher.
Die Geschichte von Acqui Terme reicht weit zurück. Bereits zur Römerzeit zählten die hiesigen Thermalquellen zu den bedeutendsten im gesamten Imperium. Davon zeugen bis heute die Relikte des römischen Aquädukts, das einst die Stadt und ihre Badeanlagen mit Wasser versorgte.

Auch die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist eng mit dem Thermalwasser verbunden. Aus dem kleinen, tempelartigen Brunnen «Fontana della Bollente» im Herzen der Altstadt sprudelt über 70 Grad heisses, schwefelhaltiges Wasser. Rund um den Brunnen herrscht stets ein reges Treiben.



Am östlichen Rand der Piazza Bollente zweigt die schmale Gasse «Via Scatilazzi» ab, die ins sogenannte «Quartiere del Vino» führt. Wer ihr folgt, entdeckt nicht nur hübsche Gassen und die Überreste des römischen Theaters, sondern auch das Ristorante Da Nonna Gina, das meist gut besucht ist und das zu Recht. Ebenfalls empfehlenswert ist die Osteria 46 an der nördlichen Einfallsachse (SS456), die sich auf dem Gelände eines ehemaligen Friedhofs befindet. Das aussergewöhnliche Ambiente und die sorgfältig zusammengestellte Weinkarte machen sie zu einer besonders stimmigen Adresse.


Sehenswert sind zudem der Dom und die Basilika, die mit ihrer langen Geschichte und unterschiedlichen Baustilen das Stadtbild prägen.

Praktischer Tipp: Wer Acqui Terme mit dem Auto besucht, kann auf der Piazza Don Pietro Dolermo in unmittelbarer Nähe zur Altstadt bequem und kostenlos parkieren.
2. Mit dem Velo durch die Hügellandschaft des Monferrato radeln
Per Velo lässt sich die Hügellandschaft des Monferrato wunderbar erkunden. Die lokale Tourismusorganisation hat verschiedene abwechslungsreiche Rundtouren zusammengestellt. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass das ständige Auf und Ab durchaus etwas Kondition erfordert. Oder – wie ich finde – ideales Terrain für eine flotte E-Bike-Tour!
Das Kartenmaterial zu den verschiedenen Routen stellt euch das Giarvino auf Anfrage zur Verfügung. Wer nicht mit dem eigenen Velo unterwegs ist, kann vor Ort problemlos eines mieten. Wir haben unser E-Bike für einen Tag in der Bicicletteria in Acqui Terme gemietet und damit den «Il Giro» unternommen, eine rund 40 Kilometer lange Tour durch die Hügellandschaft des Monferrato.

Unsere Highlights unterwegs:
Die kleine Ortschaft Fontanile beeindruckt mit ihrer im Stil des Historismus Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Kuppelkirche San Giovanni Battista, die schon von weitem sichtbar ist. Sehenswert sind auch die zahlreichen Wandmalereien des lokalen Künstlers Luigi Amerio.




Einen lohnenden Zwischenstopp bietet die Destillerie Berta, eine der grössten und renommiertesten Destillerien Italiens. Bei unserer Tour hatten wir leider Pech und trafen auf einen der wenigen Tage, an denen sie geschlossen war. Ansonsten lohnt sich ein Besuch im Museum oder ein Grappa-Tasting.


In Alice Bel Colle empfiehlt es sich, die wenigen Treppenstufen zum Belvedere hinaufzusteigen. Die Rundsicht über die Hügel des Monferrato bis zu den Viertausendern der Alpen im Norden und dem Apennin im Süden ist beeindruckend.


Praktische Tipps: Den Routenverlauf habe ich euch nachfolgend verlinkt (Zeitbedarf mit E-Bike je nach Länge der Zwischenstopps ca. 4 Stunden) | Die E-Bike-Miete kostet 40 Euro pro Tag (inkl. Helm) | Die E-Bikes können per E-Mail an [email protected] gebucht werden – je früher desto besser. Spontane Anfragen (z.B. am Vortag) sind aber auch möglich | Weiterführende Informationen findet ihr auf der Website der Bicicletteria (auf Italienisch). | Eine Übersicht weiterer Velorouten bietet die Website der Comune Acqui Terme.
3. Bei einer Degustation die lokalen Weine kennenlernen
Die beschriebene Velotour führt auch mitten durch den Ortskern von Strevi, wo sich das Weingut Marenco befindet. Ein Besuch im Monferrato wäre nicht komplett ohne eine Degustation der lokalen Weine.
Das familiengeführte Weingut wird in dritter Generation von drei Frauen geleitet und ist vor allem für seine Barbera- und Moscato-Weine bekannt. Daneben werden auch weitere für die Region typische Rebsorten wie Dolcetto, Brachetto und Albarossa verarbeitet. Nach einem sehr informativen Rundgang durch den Weinkeller und das kleine Hausmuseum nehmen wir im Degustationsraum Platz und erhalten, begleitet von kleinen Snacks, die Gelegenheit, sechs verschiedene Weine zu verkosten.
Besonders angetan war ich vom MA RE’, einem Rosé auf Basis von Brachetto-Trauben. Spannend fanden wir auch den Passerì Strevi DOC. Dieser Dessertwein ist eine Spezialität des Dorfes und hebt sich in seiner Herstellungsart von anderen italienischen Passito-Weinen ab.



Praktische Tipps: Marenco bietet verschiedene Führungen und Degustationen an, eine Übersicht findet ihr auf der Website | Auf Anfrage sind auch Führungen auf Deutsch möglich
4. In Alessandria einen Zwischenstopp einlegen
Alessandria liegt rund 35 Kilometer nördlich von Acqui Terme, unweit der Autobahn E25, die man von Norden her kommend auf dem Weg zum Giarvino nutzt. Dadurch lässt sich ein Zwischenstopp in der Provinzhauptstadt gut in die Route einbauen.
Eine der Hauptattraktionen ist die «Cittadella di Alessandria», eine nach den Prinzipien der Vauban-Festungsarchitektur im 18. Jahrhundert errichtete, sternförmige Zitadelle. Sie gilt als eine der besterhaltenen Festungsanlagen Italiens, auch wenn der Zahn der Zeit deutliche Spuren an den Bauten hinterlassen hat und die Anlage leicht verwahrlost wirkt. Der Innenbereich der Zitadelle kann frei besichtigt werden, während andere Teile der Anlage nicht öffentlich zugänglich sind.


Positiv überrascht haben mich auch die Altstadtgassen von Alessandria, die immer wieder mit schönen, pittoresken Ecken aufwarten.


Praktischer Tipp: Eine spielerische Art, die Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum zu entdecken, bietet die App Alessandria al Torno (gratis downloadbar).
5. Cella Monte im Monferrato degli Infernot entdecken
Nordwestlich von Alessandria erstreckt sich das Monferrato degli Infernot, das für seine in den Tuffstein gehauenen Weinkeller bekannt ist. Hier befindet sich auch das einzige Dorf der Provinz Alessandria, das zur Vereinigung Borghi più belli d’Italia gehört. Ehrlicherweise sticht Cella Monte in puncto Schönheit meiner Meinung nach nicht besonders aus den vielen weiteren schmucken Dörfern im Monferrato hervor. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Abstecher. Schon allein wegen der Anfahrt, die abseits der Hauptverkehrsachsen mitten durch die Rebenlandschaft führt.
Im Dorfkern laden einige kleine Weinbars zum Verweilen ein. Für eine kurze Stärkung bietet sich die etwas ausserhalb gelegene Restaurant-Bar «Il Nuovo Carpino» an, wo man bei einer Käseplatte den Blick auf das benachbarte Rosignano Monferrato geniessen kann.



Extratipp: Rund 10 Autominuten weiter nördlich bietet San Giorgio Monferrato mit seinem imposanten Castello ebenfalls eine eindrucksvolle Kulisse.
Praktische Tipps für deine Reise ins Monferrato
Unterkunft
- Das Giarvino Boutique Guest House ist von Ende März bis Anfang November geöffnet.
- Die Preise variieren je nach Wochentag und Zimmerkategorie. Für ein Doppelzimmer inklusive Frühstück bezahlt man ab etwa 130 Euro pro Nacht. Weitere Informationen findet ihr direkt auf der Website des Giarvino.
- Der Mindestaufenthalt beträgt zwei Nächte.
- Das Giarvino kann auch exklusiv für Anlässe wie beispielsweise Hochzeiten gemietet werden.
- Eine Übersicht der saisonalen Erlebnisse und Aktivitäten findet ihr ebenfalls auf der Website. Gastgeber Romy und Fredy unterstützen gerne bei der Planung und Organisation.
Anreise
- Die Anreise mit dem Zug bis Acqui Terme ist möglich. Die schnellsten Verbindungen führen via Genua. Wer den Direktzug von Zürich nach Genua nimmt, erreicht Acqui Terme mit einmal Umsteigen in gut sieben Stunden.
- Wer vor Ort mobil sein möchte, ist auf ein Auto angewiesen. Alternativ lässt sich die Region aber auch gut mit dem Velo erkunden, insbesondere mit einem E-Bike.
- Wir haben uns für eine Kombination aus Zug und Mietwagen entschieden. Da wir den Gotthardstau vermeiden wollten, sind wir mit dem Zug via Lugano bis zum Flughafen Milano Malpensa gefahren und haben dort ein Auto gemietet. Vom Flughafen Malpensa erreicht man Acqui Terme in rund zwei Stunden. Für uns eine sehr praktische Lösung, um die Anreise entspannter zu gestalten und vor Ort dennoch flexibel zu bleiben.
Beste Reisezeit und Dauer des Aufenthalts
- Das Monferrato und die Provinz Alessandria lässt sich vom Frühling bis in den Herbst besonders gut bereisen. Während im Frühling die Natur in sattem Grün erstrahlt, sorgen im Herbst die Weinlese und die Trüffelsaison für zusätzliche Höhepunkte.
- Für einen ersten Eindruck empfehlen sich zwei bis vier Nächte. So bleibt genügend Zeit, um sowohl das Giarvino zu geniessen als auch die Umgebung in Ruhe zu erkunden.


