Was macht man eigentlich in Nassau?

Was macht man eigentlich in Nassau?

Ein Klassiker, die dreitägige Bahamas-Kreuzfahrt ab Miami. Drei Nächte auf dem Schiff, zweimal Inselfieber und dazwischen Schiffs-Romantik. Oder so. Nun, wenn man schon einmal in Miami ist und genügend Zeit hat, bietet sich dieses Erlebnis an. Aber aufgepasst: eine Bahamas-Kreuzfahrt ist nicht gleich einer Bahamas-Kreuzfahrt. Je nach Reederei – Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line, MSC, Carnival… unterscheiden sich die Inselziele – schliesslich hat es ja auch über 700 Inseln zur Auswahl.

Wir wählten Royal Caribbean mit einem ersten Stopp in Coco-Cay und einem zweiten Stopp in der Hauptstadt der Bahamas, Nassau (die Insel heisst New Providence).

Die Einfahrt in den Hafen von Nassau wurde dem Faktor Schiffs-Romantik gerecht. Sonnenaufgänge auf dem Meer sind halt einfach einzigartig.

Sonnenaufgang in den Bahamas Der Hafen von Nassau in den Bahamas

Historisches Nassau

Am Morgen wollten wir das historische Herz von Nassau entdecken und stürzten uns ins bunte Hafengetümmel. Schon bald befanden wir uns inmitten einer skurrilen Mischung aus Inselcharme, farbigen Kolonialbauten und geschichtsträchtigen Orten. Die Gassen sind hübsch, aber etwas charakterlos, da die meisten Gebäude Touristenläden beinhalten und kaum darin gewohnt wird. Zu den meist besuchtesten Sehenswürdigkeiten im Zentrum gehört die 65-stufige Queen’s Staircase, welche im 16. Jahrhundert von Sklaven aus dem soliden Kalkstein geschlagen wurde. Oben angekommen, ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Ford Fincastle, von wo aus eine gute Sicht über die Stadt genossen werden kann.

Strand im Hafen von Nassau nassau-20 nassau-8 nassau-6 nassau-4

Ein weiteres Fort, Fort Montagu, befindet sich etwas ausserhalb der Stadt. Wir stellten zudem fest, dass man innerhalb der Forts herumgeführt wird. Mein Einwand, dass wir nur wenig Zeit hätten und die Anlage lieber selber erkunden wollte, wurde überhört. Vielleicht hätte ich es mit mehr Nachdruck versuchen müssen.

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Unser Programm beinhaltete auch noch einen Abstecher zu den Adastra Gardens, der für seine Flamingos berühmt ist. Ehrlich Leute, lasst es bleiben. Der Besuch lohnt sich nur, wenn man auf dressierte Vögel steht. Ist bei mir nicht der Fall.

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Am Nachmittag machten wir uns zu Fuss unterwegs in Richtung Paradise Island. Die 6.5 km lange und 800 m breite Insel liegt vor Nassau und ist mit zwei Brücken mit der Stadt verbunden. Darauf befindet sich das Atlantis Paradise Island Resort – ein riesiger und scheinbar glamouröser Hotelkomplex inklusive diverser Freizeitparks und Wasserlandschaften. Mir reichte ein kurzer Spaziergang durch den öffentlichen Teil der Anlage inklusive Burger- und Eis-Stopp und wir waren wieder weg. Für andere Leute ist der Besuch im Wasserpark das Highlight der Kreuzfahrt.

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Zurück nach Nassau nahmen wir das Wassertaxi. Wenn man etwas in Nassau unbedingt machen sollte, dann dies! Während der Überfahrt, die am Ufer von Paradise Island entlang führt, werden einem unterhaltsame Informationen zu New Providence und Paradise Island erzählt.

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Vielleicht merkt ihr es, Nassau und ich wurden nicht so richtig Freunde. Mir fehlte ein greifbarer Charakter. Auf der einen Seite eine sehr spannende Kolonialgeschichte und Nationalstolz und auf der anderen Seite dieser künstliche Schickimicki-Tourismus (der mir gar nicht so schickimicki erscheint). Passt noch nicht so ganz zusammen.

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