Zermatt im Sommer – mehr als wandern

Keine Frage, Zermatt lässt im Sommer das Wanderherz von Gross und Klein höher schlagen. Letzten Sommer haben wir an einem prächtigen Wochenende zwei Klassiker mit Bravour gemeistert. Doch was kann man im Sommer nebst Wandern und Matterhorn abknipsen sonst noch so unternehmen? Wir haben uns am vergangenen Wochenende auf die Suche gemacht und haben euch unsere Sommer-Tipps für Zermatt zusammengetragen.

In der Bergwelt übernachten

Rund um Zermatt gibt es einige tolle Hotels und Berghütten inmitten der fantastischen Bergwelt. Man ist dort zwar etwas ab vom Schuss, erlebt aber dafür die Natur umso intensiver. Wir haben im Hotel Riffelberg nahe der gleichnamigen Gornergrat Bahnstation auf 2‘600 m ü. M. übernachtet. Das Hotel thront seit 1855 hoch über Zermatt und bietet einen Postkartenblick auf das majestätische Matterhorn. Das zeigte sich bei unserem Aufenthalt zwar etwas zickig und versteckte sich hartnäckig hinter einer Wolkenwand dafür übernahmen die restlichen Gipfel den „Ah“- und „Oh“- Faktor beim Sonnenuntergang, den wir von unserem Zimmer aus bestaunten. Selbstverständlich erst, nachdem wir uns mit einer Scheibe Raclette-Käse deluxe gestärkt hatten.

Zermatt-Hotel-Riffelberg Hotel-Riffelberg-Käseschnitte rifelberg-sonnenuntergang

Wer es gerne noch etwas einfacher mag, dem lege ich eine Übernachtung in der Gandegghütte oberhalb des Trockenen Stegs ans Herzen. Die Lage der Hütte am Rand der Felskante mit direktem Blick auf die Gletscherwelt ist unvergleichlich. Wer Glück hat, der hört hier die Gletscher „singen“.

Zermatt-TrockenerSteg-Gandegghütte

Mit Matterhorn-Blick den Tag starten

Die schönsten Bergbilder entstehen bei Morgen- oder Abendlicht. Selbstverständlich gehört dazu auch noch etwas Wetterglück. Mit Letzterem waren wir leider nicht gesegnet. Trotzdem stellten wir den Wecker auf 5:00 Uhr und wanderten im Dunkeln vom Hotel Riffelberg eine Stunde und knappe 300 Höhenmeter in Richtung Gornergrat zum Riffelsee. Nebst dem Stellisee bietet der Riffelsee eines der beliebtesten Fotomotive für Matterhorn-Bilder. Leider war der Wind so stark, dass sich das Matterhorn nicht im See spiegelte. Dennoch harrten wir bei eisiger Kälte (habe ich schon erwähnt, dass wir Sommer haben?) zwei Stunden aus und schauten der Bergwelt beim Erwachen zu. Minute zu Minute verändert sich der Himmel von dunkelgrau, zu hellrosa, violett und präsentiert uns zum Schluss sogar noch einige blaue Streifen. Ein Erlebnis, das ich eines Tages meinen Enkelkindern erzählen werde.

Gornergrat-Sonnenaufgang Monte-Rosa-Massiv matthorn-riffelsee-Morgenstimmung swissfoodfestival2-18

Eine Herde Steinböcke aufspüren

Ebenfalls beim Riffelsee hatten wir am späteren Nachmittag – der Schwall Touristen war bereits auf dem Rückweg ins Tal – das unerwartete Glück auf eine Herde Steinböcke zu stossen. Aus der Ferne hielten wir die prächtigen Tiere irrtümlicherweise für Gemsen. Beim Näherkommen dann die Erkenntnis „Pssssst, still! Das sind Steinböcke!!!! Ich glaub’s nicht Steinböcke!“. Den letzten Steinbock hatte ich vor x Jahren auf dem Niederhorn angetroffen und hoffte, endlich mal wieder eines dieser beeindruckenden Tiere zu sichten.

Was für ein Glück, eine ganze Herde aus nächster Nähe (ca. 20 Meter Distanz) während rund 30 Minuten beobachten zu können! Ich kann euch nicht versprechen, dass ihr diese Herde regelmässig beim Riffelsee antrefft. Aber haltet die Augen offen, vielleicht erspäht ihr die Klettermeister ja irgendwo bei einer Felswand.

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Magische Gletscherwelten bestaunen

Vom Gornergrat bis zum Rotenboden gibt es auch ohne anstrengende Wanderungen ein bezauberndes Meer aus Eismassen zu bestaunen. Gletscher sind für mich wunderschöne Naturphänomene, die ein Grossteil unserer Landschaft „mitgestaltet“ haben und mich daher immer wieder aufs Neue faszinieren. Hoffentlich kommen wir noch viele Jahre in den Genuss genau solcher Bilder…

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Durch urchige Gassen spazieren

Wer hätte das gedacht. Da war ich doch tatsächlich bereits drei Mal in Zermatt und entdecke erst beim vierten Mal – und auch nur dank ortskundiger Begleitung – die urchigste aller Strassen. Die Hinterdorfstrasse gehört zum ältesten Kern von Zermatt und wird von uralten blumengeschmückten Spycher gesäumt.

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In der Gondel frühstücken

Einmal im Jahr wird der Matterhorn Express zum kulinarischen Treffpunkt umgewandelt. Während dem Swiss Food Festival kann man nämlich mit Blick auf das Matterhorn – wenn es sich zeigt – in der Gondel frühstücken. Dabei fährt man von Zermatt bis zum Trockenen Steg hoch und wieder runter. Bei jeder Zwischenstation wird der Frühstückstisch mit neuen kulinarischen Leckerbissen ergänzt. Ein lustiges Erlebnis mit der Familie oder mit Freunden.

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Schweizer Traditionen erleben

Zeitgleich zum Swiss Food Festival findet das Folkore Festival statt. Jedes Jahr am zweiten Augustwochenende bietet Zermatt ein kunterbuntes Spektakel aus purer Swissness und lokalen Köstlichkeiten (verpasst auf keinen Fall die Ehringer Bratwürste). Am Umzug präsentieren weit über 1‘000 Teilnehmer prächtige Trachten, traditionelle Volkstänze und volkstümliche Musik. Ich hoffe ja, dass all die Touristen, die den Umzug gesehen haben nicht mit einem total verklärten Blick der Schweiz in ihre Heimat zurückkehren und dort erzählen, dass wir alle einen Bernhardiner zu Hause haben.

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Sommerliches Schnee-Vergnügen

Nicht zuletzt bietet Zermatt sommerliches Pistenvergnügen für alle angefressenen Skihasen und natürlich für die Profis. Quasi in Nullkomanichts von der sattgrünen Alpenwiese hinauf in den ewigen Schnee auf bis zu 3’883 m ü. M.. Aber auch hier kann das Wetter manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Wir haben uns in voller Skimontur früh morgens zum Matterhorn Express aufgemacht, um dort festzustellen, dass das Skigebiet hoch über Zermatt aufgrund des schlechten Wetters geschlossen bleibt. Wir haben dem Skigebiet auf dem Theodulgletscher trotzdem einen Besuch abgestattet und die Pisten in Augenschein genommen. Im Sommer trainieren hier oben übrigens auch die Profis aus den Ski- und Snowboard-Nationalmannschaften aus aller Welt.

Winterlicher Pistenspass bei Bikini-Temperaturen (zugegebenermassen, das ist etwas übertrieben – wir waren bei -1 Grad auf dem Klein Matterhorn froh ab unserer dicken Winterkleidung) ist nicht ganz günstig. Der Skipass für einen Tag kostet in der Sommersaison (Ende Juni bis Ende November) 82 CHF.

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Hinweis: Mein Aufenthalt in Zermatt wurde von Zermatt Tourismus unterstützt – Vielen Dank hierfür. Meine Leser dürfen wie immer sicher sein, dass ich hier stets meine Ansichten und Begeisterung vertrete.

Anita Brechbühl

Hallo ich bin Anita, leidenschaftliche Weltenbummlerin und Hobby-Fotografin. Ich liebe es, neue Flecken auf unserer wunderbaren Welt zu entdecken. Dabei gilt, das Abenteuer beginnt direkt vor der Haustür! So bin ich nicht nur in exotischen Ländern sondern auch oft in der Schweiz unterwegs.

Kommentare

  • Znuk August 18, at 21:22

    Steinböcke. Das Highlight von jeder Tour in den Alpen...So viele aufs Mal sah ich erst einmal: Beim Augstmatthorn!Keep Travelling!Gruss

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    • Anita Brechbühl August 19, at 07:44

      Danke Herr Znuk :) hat es nicht beim Augstmatthorn ein Steinbock, der sich immer von seiner Schokoladen-Seite zeigt, sobald die Wanderer die Kameras zücken?

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  • Reni August 20, at 06:51

    So schön kann die Schweiz sein. Toller Post mit wunderschönen Bildern. Wir sind vielleicht über Silvester in Zermatt. Diese Bilder machen aber auch total Lust mal im Sommer hinzufahren.

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    • Anita Brechbühl August 20, at 07:53

      Vielen Dank Reni - egal ob Winter, Frühling, Sommer oder Herbst - Zermatt ist eigentlich immer reizvoll :)

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