Travelita

My two cents – und so kannst du jetzt Hotels unterstützen

Soll man in diesen Zeiten noch Reise- und Ausflugsberichte veröffentlichen? Ist es dann in Ordnung, wenn man bei jedem Intro darauf hinweist, dass man jetzt doch bitte nur «virtuell» verreisen soll – nach dem Motto «Dream now, travel later». Dient das der Unterstützung der Reisebranche, die durch die Reisebeschränkungen und teils angeordneten Schliessungen einer der Branchen ist, die besonders hart von der globalen Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind? Oder ist es ein Hohn gegenüber all denjenigen Personen, die in diesen Wochen Überstunden und «Front-Arbeit» leisten müssen?

Auch wenn sich in meiner (selbstverständlich nicht repräsentativen) Instagram-Umfrage über 80% dafür ausgesprochen, weiter Beiträge zu publizieren, hadere ich nach wie vor. Klar, da gäbe es noch einiges an Material, das darauf wartet, in einer ruhigen Minute verarbeitet zu werden. Zum Beispiel das Filmmaterial meines Australien-Trips im Spätsommer 2018, der vollständige Routenbericht unserer dreiwöchigen Namibia-Simbabwe-Botswana-Reise, die exakt vor einem Jahr stattfand. Ein Sampler mit verschiedenen im letzten Jahr Stück für Stück zusammengetragener Ausflugstipps im Thurgau, zwei tolle Entspannungsorte in Norddeutschland, eine wunderschöne Frühlingswanderung im Prättigau und, und, und… Ihr seht: An spannendem Content mangelt es nicht. Doch was ist das für eine Botschaft, wenn ich euch bei schönstem Frühlingswetter einen Ausflug schmackhaft mache? Ist das dann wirklich nur eine Inspiration für «später» – wobei wir aktuell alle nicht wissen, wann dann dieses «später» sein wird. Oder wirkt das nicht doch für den einen oder anderen wie ein Wink mit dem Zaunpfahl im Sinne von «Geniale Idee! Ich setze mich gleich ins Auto & fahre dorthin – damit schade ich doch niemandem. Aber die Sache ist die: So dürfen wir nicht denken!

Auch ich hatte für diese Frühlingswochen jede Menge Pläne in petto. Norditalien, Annecy, Tessin, Wien und Bratislava – um nur die zu nennen, die ich bis dato stornieren (respektive auf unbestimmte Zeit verschieben) musste. Von den vielfältigen regionalen Kurztrips, die im Mai und Juni anstehen würden, sprechen wir an dieser Stelle mal noch nicht.

Ich wurde in den vergangenen Jahren oft gefragt, wieso ich nicht voll aufs Reisebloggen und die damit verbundenen «Content Creation» Tätigkeit setze. Oft musste ich mir ein despektierliches «ah, du bist auch nur eine dieser Hobbybloggerinnen» anhören. Und dies, obwohl mein Entscheid, mich nicht zu 100% selbständig zu machen nicht im Zusammenhang mit den damit verbundenen Erwerbsmöglichkeiten stand. Die waren nämlich nicht schlecht. Aber mein zweites berufliches Standbein war mir über all die Jahre immer auch wichtig. Aktuell bin ich sehr froh, dass ich diesbezüglich unbeirrt zweigleisig weitergefahren bin! Gleichzeitig kann ich mich aber auch gut in die Lage meiner Kolleginnen und Kollegen hineinversetzen, deren Einkommensfluss von einem Tag auf den anderen stoppte und die nicht wissen, ob und wann es ein zurück auf die „Vor-Corona-Zeit“ geben wird.

Wer wie ich die Chance hat, sich mit der Situation zu arrangieren – weil man tatsächlich von zu Hause aus arbeiten kann und man in einer Branche tätig ist, die nicht primär von der Interaktion mit Menschen oder dem Unterwegssein von Menschen lebt – der kann mit seinem Handeln dazu beitragen, die unmittelbar Betroffenen zu unterstützen. Im Bezug aufs Reisen rege ich an, über folgende Punkte nachzudenken:

1. Gutschrift statt Storno

Du kannst aktuell eine Reise nicht antreten? Überlege dir, statt direkt zu stornieren, dir den Betrag für einen späteren Zeitpunkt gut schreiben zu lassen. Die meisten Hotels mit denen ich in Bezug auf meine gebuchten Reisen in den letzten Wochen Kontakt hatte, schreiben die Beträge bis in den Frühling 2021 gut. Klar – niemand weiss, wann wir wieder unbeschränkt mobil sein können, aber selbst wenn der Betrag verfallen würde, habe ich damit vielleicht mitgeholfen, den Lohn einer Person einen Monat länger zu finanzieren.

2. Schreibe Rezensionen

Du konsultierst bei deiner Reiseplanung jeweils die Reviews auf den gängigen Plattformen und stützt deine Reiseentscheide darauf ab? Dann nutze doch die reisefreie Zeit, um das eine oder andere schöne Reiseerlebnis der vergangenen Monate/Jahren in Form eines positiven Reviews zu honorieren. Das stärkt die Sichtbarkeit der entsprechenden Betriebe.

3. Plane langfristig und nachhaltig

Eventuell hast du nun die Musse, dich mit mehr Zeit an die Reiseplanung zu setzen und dir bereits erste Gedanken zu Reisen im 2021 zu machen. Du musst die Reise ja noch nicht buchen, aber mit Anfragen setzt du ein positives Signal, was die Moral der betroffenen Leute heben kann. Persönlich hoffe ich zudem, dass uns die aktuellen Einschränkungen das «Reisen» wieder mehr wertschätzen lassen und die «Nachhaltigkeit» und das Kostenbewusstsein (und damit meine ich, dass eine gute/hochwertige Leistung auch etwas Kosten darf) in den Vordergrund rückt.  

4. Sammle weiter Ideen

Schmökere weiterhin in der analogen und digitalen Reiseliteratur. So können die Medien weiterleben und zum gegebenen Zeitpunkt die Destinationen/Hotels wieder bewerben.

5. Investiere in Gutscheine

Wenn du etwas Reserve auf der Seite hast und aktuell nicht von Kurzarbeit oder anderweitigen gravierenden Einnahmebussen betroffen bist, dann kannst du Hotels bei der Deckung der laufenden Kosten unterstützen, indem du einen Gutschein bestellst (für dich oder als Geschenk für deine Liebsten) oder ein Produkt über den online Shop beziehst (sofern es einen online Shop gibt).

Als Anregung habe ich euch nachfolgend eine Liste mit einer Auswahl unserer in den vergangenen Jahren entdeckten Lieblingsplätzen, die über ihre Website Gutscheine (und zum Teil auch weitere Produkte) anbieten. Wenn wir vorsichtig optimistisch sind, können wir diese schon diesen Sommer einlösen. Fingers crossed! Und bis dahin: Haltet euch doch bitte an die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit.

Villa Carona

Die Villa Carona im gleichnamigen Künstlerdorf unweit von Lugano bietet mit ihrem grossen Garten eine wunderbare Wohlfühloase für ein paar entspannte Tage. Ich habe mich bereits 2014 in diesen einzigartigen Ort verliebt. Seither waren nicht nur wir mehrmals dort, sondern auch einige unserer Freunde und Bekannte. Gutscheine können direkt über die Hotelwebsite bestellt werden und haben eine Gültigkeit von zwei Jahren.

→ Zu den Gutscheinen: Villa Carona

Lenk Lodge

Dass die Lenk Lodge ein Herzensprojekt der Inhaber Fabienne und Roman Cortesi ist, dürfte jeder Gast zu spüren bekommen. Wer jetzt von der grossartigen Natur des Berner Oberlands träumt, der kann mit einem Gutschein die Vorfreude beflügeln.

→ Zu den Gutscheinen: Lenk Lodge

Guarda Val

Egal ob du gerne wanderst, ein feines Essen geniesst oder du schlicht die Seele baumeln lassen möchtest: das Maiensässhotel Guarda Val in der Lenzerheide wird deinen Ansprüchen bestimmt gerecht. Im Webshop gibt es nebst Wertgutscheinen auch Gutscheine für ein massgeschneiderte Packages.

→ Zu den Gutscheinen: Guarda Val

Gurten – Park im Grünen

Eine Kurzauszeit, um den Kopf durchzulüften – kein langer Anfahrtsweg und doch das Gefühl, das man den Alltag kurz hinter sich lässt? Das gibt’s auf dem Gurten. Auf dem Berner Hausberg sorgen zwei stilvoll gestaltete Hotelzimmer trotz der Stadtnähe für Bergmomente. Das Gutschein-Angebot ist vielfältig und reicht vom Sonntagsbrunch übers Vollmondfondue bis hin zum Romantik-Paket mit Übernachtung und Gourmet-Abendessen.

→ Zu den Gutscheinen: Gurten – Park im Grünen

Hotel Nest- und Bietschhorn

Gemeinsam stark – unter diesem Motto arbeiten im Lötschental seit einigen Jahren drei Hotelbetriebe Hand in Hand. Dazu zählt auch das Nest- und Bietschhorn, von dessen Gastfreundschaft und Gourmetküche wir uns im 2015 selbst überzeugen durften. Was erwirtschaftet wird, wird kontinuierlich reinvestiert und so hat das Hotel Nest- und Bietschhorn zwischenzeitlich die Zimmer frisch renoviert. Und weil das prächtige Lötschental zu jeder Jahreszeit einen Kurztrip wert ist, macht man mit einem Gutschein nicht viel falsch.

→ Zu den Gutscheinen: Die Lötschentaler

Waldhaus Bettmeralp

Ebenfalls ein toller Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen in der Walliser Bergwelt ist das Waldhaus Bettmeralp. Auch hier könnt ihr direkt über die Website einen Gutschein bestellen.

→ Zu den Gutscheinen: Waldhaus Bettmeralp

Hotel Terrasse am See und Hotel Paxmontana

Eine unserer ersten Touren im letzten Frühling war die Velotour rund um den Vierwaldstättersee mit Stopps unter anderem im Hotel Terrasse am See in Vitznau und im Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft. Beides charaktervolle Häuser, die mit einer wunderbaren Aussicht punkten. Zwei Häuser, die ihr auf eure Bucket List für ein aktives Wochenende in der Zentralschweiz setzen könnte

→ Zu den Gutscheinen: Hotel Terrasse am See / Hotel Paxmontana

Pensiun Laresch

Die sympathische Berglodge Laresch im bündnerischen Mathon hat aktuell eine Crowdfunding-Kampagne für den Bau eines Tiny House als Ergänzung zu den bestehenden Zimmern am Laufen. Je nach Höhe des Betrages kann man sich mit der Unterstützung gleichzeitig eine Übernachtung vorfinanzieren.

ps: Diese Liste wird vermutlich in den nächsten Tagen und Wochen wachsen. Ich freue mich auch über eure Hinweise zu besonders charmanten Hotels mit engagierten Gastgebern, die dankbar um Gutschein-Bestellungen sind oder andere innovative Angebote lanciert haben.

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